Günstiger Wohnraum in Essen Mangelware

Bereits Anfang 2016 machte unsere kleine Ratsgruppe darauf aufmerksam, dass günstiger Wohnraum in Essen kaum noch verfügbar ist. Im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen regten wir deshalb an, statt nicht-nachhaltiger „Unterkünfte“ dauerhaft nutzbaren, günstigen Wohnraum zu schaffen, der allen Essenern zugute kommt. Die Mehrheit des Rates folgte diesem Vorschlag bekanntermaßen nicht.

Anfang diesen Jahres wollten wir wissen, inwieweit die städtische Verwaltung über die aktuelle Situation auf dem Essener Wohnungsmarkt im Bilde ist. Im Ergebnis hat die Stadt lediglich über einen Bruchteil des Angbeots Informationen (öffentliche Aushänge), zur Nachfrage können gleich gar keine Angaben gemacht werden – so die Antwort auf unsere Anfrage im Sozialausschuss.

Darüber, wie schwer es ist, eine günstige Wohnung in Essen zu finden, können sicher all diejenigen berichten, die in letzter Zeit aus dem ein oder anderen Grunde innerhalb Essens umziehen mussten. Seien es Studenten, Hartz4-Berechtigte oder Rentner, die sich gerne kleiner setzen würden.

Diese Knappheit bietet Raum für Geschäftemacher jeglicher Colour. Von der privaten Wohnungsgesellschaft, die ihre Miete regelmäßig an die „Angemessenheitsgrenze“ des JobCenters „anpasst“ bis zu kleinen oder großen Miethaien, die so auch noch ihre letzte Bruchbude unters Volk bringen können.

Aufgabe der Stadt wäre, diesen Geschäften mit der Not der Menschen Einhalt zu gebieten, indem zeitnah, planvoll und in nennenswertem Umfang sozial-gebundener Wohraum geschaffen wird. Die städtische Wohnungsgesellschaft Allbau alleine kann dies sicher nicht leisten.

Verhindert wird dies bislang durch die hiesige CDU-Fraktion. Mehrfach wurden Vorlagen, welche eine verbindliche Quote für sozialen Wohnraum vorsahen, in letzter Minute zurückgezogen oder aufgeweicht, weitergehende Vorschläge konsequent starrsinnig abgelehnt.

Übrigens: Direkt gegenüber von unserem schönen Büro (Gladbecker Straße 10, gegenüber Uni-Haupteingang) befindet sich Gewerbefläche, die als Containerabstellplatz, Parkplatz und zur Autoaufbereitung genutzt wird. Der Eigentümer träumt seit Jahren davon, in dieser Top-Lage ein Studentenwohnheim errichten zu lassen. Und hat inzwischen sogar einen Investor gefunden, der dies umsetzen möchte.

Alles BESTens, möchte man meinen. Weit gefehlt! Der Planungsdezernent BEST teilte im Rahmen einer Begehung mit, dass der Bau eines Studentenwohnheimes nicht in seine Planungen passen würde. Was soll man dazu noch sagen?

Hier unsere Anfrage und die Beantwortung durch die städtische Verwaltung: 2017-01-27-ASAGI-ANFRAGE-TOP 12 Wohnungsangebot-unteres-Preissegment – ANTWORT

Veröffentlicht in: Neues

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