Seilbahn statt Spurbus

Eine Seilbahn auf der A 40? Was ist das für eine Schnapsidee, mag der ein oder die andere da sagen. Die Probleme mit dem Spurbus auf der Strecke nach Essen-Kray (nicht barrierefrei, Ersatzteilproblematik, hohe Kosten) sind hinlänglich bekannt. Uns haben sie dazu inspiriert, über Alternativen nachzudenken. Gestoßen sind wir dabei auf die Seilbahn, ein kostengünstiges, massentaugliches und bequemes Verkehrsmittel, das mittlerweile in vielen Metropolen täglich Millionen von Fahrgästen befördert. Warum nicht auch in Essen?

Für die kommende Ratssitzung werden wir deshalb beantragen, dass im Rahmen des Nahverkehrsplans die Alternative einer Seilbahn auf der Strecke nach Kray geprüft wird. Damit befände sich Essen in guter Gesellschaft: Von Bochum über Wuppertal bis Hamburg oder Berlin – überall wird darüber diskutiert und nachgedacht.

Dass eine Seilbahn weder Schnee noch Berge braucht, zeigt die Stadt Kiel: Dort nimmt der Bau einer Seilbahn zur Überquerung der Förde Form an.

seilbahn

Essen, 9. Dezember 2016

Pressemitteilung: Verkehr auf nächster Ebene

Bei der aktuellen Diskussion um den ÖPNV halten Schöner Links und Die PARTEI es für wichtig, nicht nur über den Aus- oder Abbau des Netzes der Straßen- und U-Bahnen sowie der (Spur-) Busse zu diskutieren, sondern auch alternative Lösungen mit einzubeziehen. In Großstädten wie La Paz, Medellin oder Ankara ist sie bereits umgesetzt worden: die Seilbahn. Insbesondere für die derzeitige Spurbusstrecke auf der A40 nach Essen-Kray könnte die Seilbahn eine komfortable und günstige Alternative sein.

„Die Vorteile einer Seilbahn liegen auf der Hand. Durch den regelmäßigen Gondelverkehr ergeben sich keine Wartezeiten, sodass eine gute Anbindung an den bestehenden ÖPNV garantiert ist. Darüber hinaus besticht die Seilbahn durch ihre gute Auslastung, da eine Gondel, die im urbanen Verkehr eingesetzt wird, in der Regel 30 Personen befördern kann. Sie entspricht dem Gebot der Barrierefreiheit“, zählt Boris Vorholt, Sachkundiger Bürger im Planungsausschuss von Die PARTEI die Vorzüge auf.

Auch die Beförderung von Fahrrädern, Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen stellt kein Problem dar. Dadurch, dass sie eine eigene Ebene bedient, ist die Seilbahn unabhängig vom Stau auf den Straßen. Für die Seilbahnstationen selbst wird wenig Platz benötigt und was besonders in Zeiten von klammen Stadtkassen wichtig ist: Eine Seilbahn ist im Bau wie auch im Betrieb wesentlich günstiger als der Netzausbau für U-Bahnen, Straßenbahnen und Spurbussen. Zumal für den Bau EU-Gelder beantragt werden können, die die Kosten zum größten Teil decken. Kurz: Die Seilbahn kann in vielen Aspekten punkten.

Schöner Links und Die PARTEI werden in der Ratssitzung am kommenden Mittwoch beantragen, in den Nahverkehrsplan einen Prüfauftrag für eine Seilbahnstrecke auf der derzeitigen Spurbusstrecke mit aufzunehmen.

Unser Antrag zur Ratssitzung am 14.12.2016:
2016-12-14-antrag-top-19-spurbusstrecke-kray-seilbahn

Faktensammlung zum Thema Seilbahn

Die Stadt Wuppertal hat – unter Regie der WSW – eine Vorabstudie zur Machbarkeit einer Seilbahnstrecke zwischen Schulzentrum Süd (via Universität) und Hauptbahnhof durchgeführt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, „dass technisch betrachtet, die vorab aufgezeigte Vorzugsvariante mit einer Seilbahn gut umsetzbar ist um den Hauptbahnhof mit dem Schulzentrum Süd via Universitätsstandort Campus Grifflenberg zu verbinden und verkehrstechnisch barrierefrei zu erschließen.“ (Seite 81) http://www.seilbahn2025.de/wordpress/wp-content/uploads/2015/05/vorstudie_wuppertal.pdf

Weitere Infos zum Thema Seilbahn in Wuppertal hier: http://www.seilbahn2025.de/projekt-seilbahn.html

Am 7. März 2016 hat der Rat der Stadt Wuppertal entschieden, das Projekt weiter zu verfolgen und ergebnissoffen zu prüfen.

In der Nachbarstadt Bochum werden seit Jahren Überlegungen für den Bau einer Seilbahn (zwischen Hauptbahnhof und Ruhrpark) angestellt: http://die-stadtgestalter.de/2016/08/08/mit-der-seilbahn-virtuell-durch-bochum-fahren/

Ebenso diskutieren Marburg (http://www.seilbahn-marburg.de/), Berlin und Hamburg konkrete Pläne zum Bau innerstädtischer Seilbahnen als massentaugliche Beförderungsmittel.

Die Stadt Koblenz baute anlässlich der Bundesgartenschau 2011 eine Seilbahn, die Rheinanlagen mit der Festung Ehrenbreitstein verbindet. Mit einer Förderkapazität von 7.600 Personen pro Stunde hat sie weltweit die größte Leistungsfähigkeit. https://de.wikipedia.org/wiki/Seilbahn_Koblenz

„Bau und Betrieb der Seilbahnen sind kostengünstiger als bei Straßenbahn oder U-Bahn. Es heißt, die erste Seilbahnlinie in Medellín hat sich (bei mehr als 7 Mio. Fahrgästen pro Jahr und durch den Verkauf von CO2-Zertifikaten) innerhalb eines Jahres amortisiert und das ist auch der Grund, warum in Medellin laufend neue Seilbahnlinien geplant und errichtet werden“, heißt es in einem Beitrag aus der Fachzeitschrift „Zukunft Mobilität“ von Juli 2011, der sich eingehend mit Anwendungsmöglichkeiten für Seilbahnen (weltweit) beschäftigt. http://www.zukunft-mobilitaet.net/5332/umwelt/luftseilbahnen-als-innerstaedtische-massenverkehrsmittel/

Klar ist: Eine Seilbahn braucht weder Berge noch Schnee, wie das Beispiel Kiel zeigt: http://www.shz.de/regionales/kiel/seilbahn-ueber-die-foerde-idee-nimmt-form-an-id6243176.html

 

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