European Homecare stellt vorbestraften Sexualtäter ein

Wie einschlägige Medien berichten, hat der Essener Asyl-Discounter European Homecare für die Leitung einer Flüchtlingsunterkunft im Sauerland einen mehrfach wegen Drogen, Hehlerei, Urkundenfälschung und im Jahr 2000 wegen eines Sexualdelikts vorbestraften Mann als Heimleiter eingestellt. Mal wieder nur ein „bedauerlicher Einzelfall“?

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http://www.derwesten.de/region/sauer-und-siegerland/european-homecare-stellt-leiter-ein-der-19-mal-vorbestraft-ist-id12358659.html

Auch in Essen ist der Billiganbieter für die Betreuung von Flüchtlingen verantwortlich. Erst vor wenigen Wochen hat die Stadt mittels einer „Interimsvergabe“ (hierbei wird als einziges Kriterium auf den Preis geguckt) drei ursprünglich von der Caritas betreute Unterkünfte dem in Essen ansässigen Unternehmen zugeschlagen.

Bereits in der Vergangenheit ist European Homecare mehrfach wegen Vorfällen in den von ihnen betreuten Unterkünften auffällig geworden. Erinnert sei an Burbach, ein Vorfall, der bundesweit Schlagzeilen machte.

http://www.spiegel.de/thema/misshandlung_von_fluechtlingen_in_burbach/

Auch in Essen kam es zu einer Anklage wegen mutmaßlicher Misshandlungen von Flüchtlingen durch das Wachpersonal im OPTI-Park. Jahre zuvor häuften sich ähnliche Vorfälle in Österreich, weshalb das Unternehmen dort von entsprechenden Ausschreibungen ausgeschlossen sein soll.
Unsere Pressemitteilung zu den „Interimsvergaben“ in Essen:

  1. November 2016
    Flüchtlingsbetreuung: Geiz ist geil!Die Ratsgruppe Schöner Links übt scharfe Kritik an der „Interimsvergabe“
    der Betreuung von Geflüchteten in drei Essener Einrichtungen. In diesem
    Verfahren, bei dem, frei nach dem Motto „Geiz ist geil“ einzig der Preis
    entscheidend war, wurden drei bislang von der Caritas betreute
    Unterkünfte dem Unternehmen European Homecare (EHC) zugeschlagen

    Noch im September hatte die Verwaltung der Politik auf deren Wunsch hin zugesichert, dass vor allem die Qualität bei den Ausschreibungen für die Betreuung der Flüchtlingsunterkünfte entscheiden solle. Die Ratsgruppe Schöner Links hatte daraufhin einen entsprechenden Antrag im Sozialausschuss zurückgezogen.

    „Ich frage mich schon, ob die Verwaltung nicht in der Lage oder nichts
    willens war, die Verfahren wie angekündigt durchzuführen“, erklärt
    Schöner Links-Ratsfrau Anabel Jujol. „Wozu eigentlich beraten wir im
    Fachausschuss, wenn die Verwaltung eigenmächtig Fakten schafft.
    Demokratische Kontrolle sieht in meinen Augen anders aus.“

    Anders als European Homecare arbeitet die Caritas weitgehend mit
    Fachpersonal und ist an den jeweiligen Standorten über Ehrenamtliche und weitere Akteure in ein dicht geknüpftes Netzwerk von Hilfeangeboten für die Flüchtlinge eingebunden. Fachliche Kriterien, die bei der jetzt gewählten „Interimsvergabe“ unberücksichtigt blieben.

    „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt an der Qualität der Betreuung zu sparen,
    kann die Stadt Essen auf Dauer teuer zu stehen kommen“, kritisiert
    Jujol. „Ob uns das die kurzfristigen „Einspar“-Erfolge wert sein
    sollten, wage ich zu bezweifeln.“

Veröffentlicht in: Neues

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