„Ich bin grüne Hauptstadt“

sonne50_1368841943_o„Die Essener sollen 2017 nicht nur dabei sein, sondern mitmachen. Mit einem Logo können sie ausdrücken, dass sie sich mit dem Projekt identifizieren“
So untertitelt die NRZ am 7. Juli den gut gemeinten PR Artikel mit der oben zitierten Überschrift in der Printausgabe für das Projekt Green Capital. Jeder Bürger darf in diesem Sinne das Logo frei verwenden , seine E Mails oder sein T Shirt damit schmücken.
Link zum Online Text: http://www.derwesten.de/staedte/essen/gruene-hauptstadt-praesentiert-logo-zum-mitmachen-id11984169.html

Schöner Links schmückt erst mal den eigenen Antrag, auf dass er beim nächsten mal beraten wird. Denn die nächste Abstimmung im Rat zu verkaufsoffenen Sonntagen in Essen  kommt bestimmt.

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Ein Blick zurück:
Wisst Ihr noch im Sommer  2010? Der Ruhrschnellweg als längste Fußgängerzone der Welt. Was für ein Tag, was für ein Feeling, was für ein Erlebnis! Alle Erwartungen der Planer damals wurden um ein Vielfaches übertroffen. Es tummelten sich mehr Menschen als je zuvor auf dem Asphalt. Sechs Jahre später ist Essen zur GC gekürt worden und viele gingen davon aus, dass eine so einzigartige Aktion  zweitausendsiebzehn in irgendeiner Form wiederbelebt werden würde.
 
Und tatsächlich findet man die Idee irgendwo in den Projekplänen. Das Geheimnis zum konkreten Programm, will die verantwortliche Dezernentin im November mit der berüchtigen Katze aus dem Jutesack lassen, so die NRZ.
Was wir von Schöner Links uns im Oktober 2015 mit dem aktuell redesignten Antrag  wünschten?
Nichts weiter als dass das Green Capital Ziel in die alltagtauglichen Ratsentscheidungen einfließt.
Aber wie lautet das Green Capital Ziel?
Laut Wikipedia wird das sehr einfach dargestellt:
„Der Titel Umwelthauptstadt Europas oder Grüne Hauptstadt Europas wird jährlich von der Europäischen Kommission an eine Stadt in Europa verliehen, der es in besonderer Weise gelungen ist, Umweltschutz und wirtschaftliches Wachstum zu einer hervorragenden Lebensqualität ihrer Einwohner zu verbinden.“
Verkaufsoffene Sonntage sollen den Einzelhandel stärken und als regionaler Wachstumsmotor unterstützen.
Wie kann man das mit umweltpolitischen Zielen in Einklang bringen?
Wir von Schöner Links haben bei der Essener Green Capital Bewerbung nachgelesen, dass die beauftragte Projektgruppe dazu zwei passende Themenfelder im Angebot hat:
„Meine Wege in die Stadt“ und „Mein Einkauf“.Tolle Ideen liegen auf der Hand, träumten wir von Schöner Links:

An verkaufsoffenen Sonntagen könnten die betroffenen Stadtteile teilweise zu Fußgängerzonen deklariert werden, dass Einkaufserlebnis könnte mit einer Fahrt auf der E Rikscha zum Bio Laden an der Frankenstraße verbunden werden.

Autolärm und Emissionen würden vermieden und dabei würde das Ganze nicht als Verzicht, sondern launige Erfahrung mit Erholungscharakter und dem Einkauf gekoppelt. (A40 Feeling)

Der Einzelhandel könnte Fahrräder verleihen oder Fahrscheine bei einem Einkauf erstatten.
Was auch immer. Die Ausgestaltung der Ideen wollte wir gerne den Experten der Projektgruppe überlassen.

Leider , leider wurde unser Antrag im Oktober zur Beratung in den Fachausschuss geschoben, bevor das schöne Logo unser Briefpapier offiziell zieren durfte.

So musste dieser fast vergeblich 8 Monate in der Warteschleife verweilen, bis er, nach einigen Telefonaten und Erinnerungen, es endlich am 5 Juli 2016 auf die Tagesordnung des Fachausschusses für Umwelt u.a. (AUVG) schaffte.

Allerdings war das Vergnügen kurz.
Nach knapp einer Minute , also zum Sitzungsbeginn, wurde die Tagesordnung gekürzt – um genau diesen und wie wir hörten, auch andere lästige Anträge und Themen.
So wurde der Antrag nicht fachlich begründet, besprochen oder abgestimmt, sonder 1. Klasse beerdigt – wie man so etwas in der Politk gerne mal nennt.

Böse Stimmen munkeln, die Teilnehmer der Sitzung seien scharf darauf gewesen pünktlich um 17.00 Uhr bei den Canapés zu erscheinen.
Am Nachmittag war im Rathaus eine feierliche Zeremonie für die Honoratioren.
Bei uns von Schöner Links hat noch niemand einen Orden verdient – um so stolzer tragen wir ab heute das Logo und verkünden gemäß dem Aufruf:
„Wir sind Green Capital“! und weil wir identitäre Idelogien prinzipiell suspekt finden rufen wir lautstark hinterher: „Wir sind alle Individuen“!

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