Von Frühstücksbrettchen und warmen Wintern

Bericht aus dem Ausschuss für Finanzen und Beteiligungen (AFB),
14. Juni 2016, 16 bis 18:30 Uhr

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Städtische Holding am Ende: Ausverkauf bei der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (EVV)

Entgegen den Beschlüssen des damaligen Viererbündnisses aus CDU/Grünen/FDP/EBB, wonach die städtische Holding EVV jährliche Abführungen in Millionenhöhe an den städtischen Haushalt zu leisten habe, steht die EVV aufgrund ausbleibender Dividenden-Einnahmen für die RWE-Aktien und etlicher Ergebnisverschlechterungen bei mehreren EVV-Tochterunternehmen faktisch kurz vor der Pleite. Gewinne halt man halt doch nicht mal eben so beschließen.

Weitere Kreditaufnahmen, um diese der EVV zugute kommen zu lassen, wurden der Stadt Essen in der Vergangenheit durch die Kommunalaufsicht untersagt.

Um zumindest den Kern der EVV-Holding, den steuerlichen Querverbund zwischen Stadtwerken Essen (SWE) und EVAG, zu retten (wodurch die Stadt erheblich Steuern spart, da die Gewinne der SWE mit den Verlusten der EVAG verrechnet werden können), schlägt die Verwaltung vor, dass die Stadt der EVV den Großteil ihrer Tochterunternehmen abkauft. Hierdurch wird vor allem frisches Geld in die Kassen der EVV gespült. Ein vor allem für den Kämmerer angenehmer „Nebeneffekt“: Die bisherigen EVV-Töchter würden dadurch auch direkt unter die Kontrolle des Rates (und des Kämmerers) gestellt werden.

Eine sicherlich nicht nur auf dem Papier einschneidende Umstrukturierung, die uns hier bevorsteht.

Link zu den Sitzungsunterlagen: https://ris.essen.de/tops/?__=LfyIfvCWq8SpBQj0MiyHaxCYv8Vm6Ti2QezGc.CXGJ

16 Uhr, Ratsfrau Barbara Rörig (CDU) eröffnet pünktlich die Sitzung. Entschuldigt fehlen Kämmerer Klieve (Gute Besserung!) – Beigeordneter Kromberg vertritt ihn – und die Umweltdezernentin Simone Raskob.

Der Beigeordnete Kromberg bittet zu entschuldigen, dass derart viele Vorlagen für die heutige Sitzung den Ausschussmitgliedern erst sehr spät zugegangen sind. Die Verwaltung wollte die Vorlagen jedoch lieber spät als gar nicht einbringen, um so heute zumindest eine Beratung zu ermöglichen.

In der Folge wird von den Vertretern aller Fraktionen die sehr späte Zustellung der Unterlagen kritisiert. Und was in der April-Ratssitzung noch belächelt wurde (Schöner Links hatte beantragt, alle nicht rechtzeitig erstellten Vorlagen zu schieben), hatte Schule gemacht: Sogar die FDP verstieg sich zu der Forderung, alle Vorlagen, die nicht am Freitag vor der heutigen Sitzung vorgelegen hatten, zu schieben. Damit wäre knapp die Hälfte der Vorlagen vom Tisch gewesen.

Ganz so schlimm kam es für die Verwaltung dann doch nicht. Nach einer teils hitzigen Debatte, in der die PARTEI-Piraten (PAPIR) ihr Fett wegbekamen (sie hatten im Vorfeld Infotermine und –möglichkeiten geschlabbert, sind alle keine Frühaufsteher) verständigten sich mit Ausnahme von EBB und PAPIR die übrigen Fraktionen darauf, sämtliche Vorlagen heute einzubringen, zwar keine Empfehlung auszusprechen, aber kommende Woche im Rat zu beschließen. Man wolle schließlich kein Exempel statuieren, wie CDU-Fraktionsvorsitzender Jörg Uhlenbruch anmerkte.

Deutlich nach halb vier konnte somit in die Tagesordnung eingestiegen werden.

TOP 1     Niederschrift Nr. 9 vom 19.04.2016

Einstimmig beschlossen.

TOP 2     Liste der Aufträge des AFB

Ratsherr Vogt (CDU) lobte die ausführliche Liste. Ratsherr Backes (EBBackes) merkte an, dass Teile seiner Anfrage aus Juni 2015 noch unbeantwortet sind und dieser Punkt in die Liste aufgenommen werden müsse.

TOP 3     Mitteilungen der Verwaltung

Der Beigeordnete Kromberg informierte über die mit Land und Bezirksregierung getroffene Vereinbarung bezüglich der Aufnahme von Flüchtlinge: Demnach müsse Essen monatlich 100 statt 700 Flüchtlinge aufnehmen, um die Rückstände aus 2015 aufzuarbeiten.

http://www.derwesten.de/staedte/essen/essen-kann-beim-asyl-aufatmen-id11883689.html

Pilotprojekt im Forderungsmanagement: Stadt Essen beauftragt Inkassofirmen

Frau Behnke-Hahne (Leiterin Stadtsteueramt / Finanzbuchhaltung) berichtet von einem Pilotprojekt zur Optimierung des Forderungsmanagements. Demnach wurden drei private Inkassofirmen damit beauftragt, drei bis neun Jahre alte Forderungen der Stadt i.H.v. insgesamt 2,7 Mio. Euro einzutreiben. Diese Forderungen hatte die Stadt bereits aus ihren Büchern gestrichen, so dass faktisch zusätzliche Einnahmen entstehen. Ausgenommen sind Forderungen aus dem Sozialbereich und Steuerschulden. Die Vergütung der Privaten ist erfolgsbasiert, die Provision liegt zwischen 25 und 30 Prozent.

TOP 4     Interaktiver Haushalt

Auch der kommende Doppelhaushalt wird in einer webbasierten Darstellung bereitgestellt. Die Nutzung durch die interessierte Öffentlichkeit war bislang leider nicht so hoch.

TOP 5     Kreditnachweis der Betriebe gewerblicher Art für das Jahr 2015

Wird in vorliegender Form einstimmig beschlossen.

TOP 6     Quartalsbericht I / 2016 der Beteiligungsunternehmen und eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen

Ratsherr Backes (EBBackes) stellt fest, dass die Beauftragung der GVE als Generalplanerin für die Errichtung der Flüchtlingsunterkünfte, dieser 3 Mio. Euro in die leeren Kassen gespült hat. Er fragt nach, ob es bereits Wirtschaftspläne für die Theater und Philharmonie (TUP) sowie Grün und Grüga Essen (GGE) gebe – diese liegen bislang nicht vor.

Herr Dr. Schwefer (Leiter des städtischen Beteiligungsmanagements) antwortet, dass ein Wirtschaftsplan für die TUP Ende Juni vorliegen soll. Zu GGE verweist er auf die Vorlage zu TOP 7.0, der sogleich folgt.

TOP 7.0  Optimierung der Beteiligungsstrukturen im Konzern Stadt Essen

Grün und Gruga zurück ins Amt

Folglich möchte Ratsherr Backes (EBBackes) erstmal einen Sachvortrag der Verwaltung. Julia Kahle-Hausmann (SPD) bittet, doch erst die Beratungen des zuständigen Ausschusses für Umwelt, Verbraucherschutz und Grün und Gruga (AUVG) kommenden Montag abzuwarten.

Frau Franke (Büro des Kämmerers) erläutert, dass einer Wiedereingliederung von GGE, die derzeit städtischer Eigenbetrieb sind, in die Verwaltung keine zwingenden Gründe entgegenstehen. Dies sei auch rückwirkend zum 1.1.2016 möglich.

Hans-Peter Schöneweiß (FDP-Fraktionsvorsitzender) fragt, ob es eine Stellungnahme des Personalrats zu der geplanten Rückführung in die Kernverwaltung gebe. Überhaupt fragt er, ob ein (fiskalischen) Gewinn der Rückführung darstellbar ist.

In der weiteren Debatte wird erläutert, dass mögliche (fiskalische) Gewinne einer Rückführung von GGE in die Kernverwaltung noch nicht darstellbar sind. Da es derzeit (noch) keinen verabschiedeten Wirtschaftsplan von GGE für 2016 gibt, werden laufende Zahlungen – auf Grundlage eines Betrauungsaktes – ohnehin direkt von der Stadt vorgenommen.

Zwar ist in der Vorlage die Rede davon, dass durch die Rückführung bei GGE Stellen wegfallen können, dies solle jedoch ausschließlich über die Nicht-Wiederbesetzung freiwerdender Stellen und durch Umsetzungen innerhalb der Verwaltung geschehen. Kündigungen sind nicht vorgesehen.

Zur kommenden AUVG-Sitzung nächsten Montag wird ein ausführlicher Bericht zur Liquiditätssituation von GGE eingebracht.

Die Vorlage gilt somit als eingebracht. Beschlussfassung am 22.6.2016 im Rat.

TOP 7.1  Verschmelzung der Per Transfer Essen GmbH auf die Bfz-Essen GmbH

Die Per Transfer soll mangels Geschäftsbetrieb auf die Bfz-Essen GmbH – beide sind Töchter der städtischen Beschäftigungsgesellschaft, der EABG-„Group“, verschmolzen werden.

Langfristige Verträge, die damit verbunden übergehen, gibt es laut Auskunft von Herrn Dr. Schwefer nicht.

Da diese Vorlage rechtzeitig erstellt wurde, kann der AFB empfehlen, dies geschieht einstimmig.

TOP 7.2  Optimierung der Beteiligungsstrukturen, hier: Grundsatzbeschluss zur Umwandlung der Allbau AG in eine GmbH

Verschmelzung von Grundstücksverwaltung und Wohnungsgesellschaft

Frau Franke (Büro des Kämmerers) trägt vor, dass die Umwandlung der Allbau in eine GmbH erforderlich sei, um die beabsichtigte Zusammenführung mit der städtischen Grundstücksgesellschaft GVE zu ermöglichen.

Hans-Peter Schöneweiß nimmt dies zum Anlass, ein hohes Lied von der Bedeutung von Aufsichtsräten zu singen, da es künftig nur noch einen für die künftig fusionierte Gesellschaft geben soll, sehe er diese Zusammenführung kritisch.

Informationen zu den Kosten der Umwandlung wird die Verwaltung nachreichen.

Die Vorlage gilt als eingebracht.

TOP 7.3  Optimierung der Beteiligungsstrukturen, hier: Umhängung der EVV Verwertungs- und Betriebsgesellschaft

Die EVB (u.a. werden hierüber die Fahrzeuggeschäfte der übrigen städtischen Töchter abgewickelt) soll nicht auf-, sondern umgehängt werden. Konkret: Sie soll aus dem Dach der städtischen Holding EVV herausgelöst und direkt an die Stadt angegliedert werden.

Die Vorlage gilt als eingebracht.

TOP 7.4  Optimierung der Beteiligungsstrukturen, hier: Umhängung der RGE Servicegesellschaft Essen GmbH

Auch dieses Tochterunternehmen soll das Dach der EVV-Holding verlassen und zur Stadt „umgehängt“ werden.

„Verschlankung“ der städtischen Holding EVV

Grafik zur aktuellen Struktur der EVV:

http://www.evv-online.de/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2Fevv_holding_struktur_20150810.png&md5=419756b8f995b73c88f4b53573b907038a078946&parameters[0]=YTo0OntzOjU6IndpZHRoIjtzOjU6IjEwMjRtIjtzOjY6ImhlaWdodCI7czo1OiIx&parameters[1]=MDI0bSI7czo3OiJib2R5VGFnIjtzOjQxOiI8Ym9keSBzdHlsZT0ibWFyZ2luOjA7&parameters[2]=IGJhY2tncm91bmQ6I2ZmZjsiPiI7czo0OiJ3cmFwIjtzOjM3OiI8YSBocmVmPSJq&parameters[3]=YXZhc2NyaXB0OmNsb3NlKCk7Ij4gfCA8L2E%2BIjt9

Dr. Schwefer (Beteiligungsmanagement) erläutert hier das Ziel, das hinter diesen „Umhängungen“ steht: Im Kern geht es darum, die EVV-Holding zu verschlanken und auf die Stadtwerke Essen (SWE) und die EVAG zu reduzieren. Diese beiden Gesellschaften waren ursprünglich der Kern der EVV-Holding. Sinn und Zweck war die Verrechnung der SWE-Gewinne mit den Verlusten der EVAG, wodurch erheblich Steuern gespart werden.

Bezüglich des beabsichtigten Wechsels der Rechtsform bei der EVAG müsse noch abgeklärt werden, inwieweit diese Pläne mit dem noch bestehenden US-Lease-Geschäft auf dem EVAG-Schienennetz vereinbar sind.

Nützlicher „Nebeneffekt“ dieser Umhängungen ist, dass die EVV-Holding durch all diese Verkäufe liquide Mittel bekommt und eine Insolvenz (zunächst) vermieden werden kann. Eine direkte (noch höhere) Bezuschussung der EVV-Holding durch die Stadt wurde durch die Kommunalaufsicht (=Bezirksregierung) untersagt.

Die jeweiligen Unternehmenswerte müssen noch ermittelt werden.

Abgestimmt sind sämtliche Vorlagen nur mit dem Sprecher der EVV-Geschäftsführung, nicht mit dem gesamten EVV-Vorstand. Die künftige EVV-Geschäftsführung soll durch Herrn Schäfer (Geschäftsführer der SWE), Herrn Feller (Geschäftsführer der EVAG) und – nebenamtlich – Kämmerer Klieve übernommen werden. Die bisherige, weitgehende Autonomie der EVV-Holding wäre damit Geschichte.

Hans-Peter Schöneweiß (FDP) vermisst, dass bei der RGE eine echte Privatisierung geprüft wird. Seine Fraktion werde falls nötig beantragen, dass dies durchgerechnet wird. Es ist schon eine besondere Logik anzunehmen, dass wenn ein privater Dritter an den Leistungen, die die RGE für die Stadt erbringt, mitverdient, die Leistungen billiger werden können.

EVAG zurück an die Stadt?

Hiltrud Schmutzler-Jäger fragt nach, ob es nicht Sinn mache zu prüfen, die EVAG direkt an die Stadt zurückzugeben. Dr. Schwefer erläutert, was dagegenspricht: kein steuerlicher Querverbund mehr, die Gewinne der SWE müssten in voller Höhe – und nicht um die Verluste der EVAG reduziert – versteuert werden.

Hiltrud Schmutzler-Jäger fehlen bei der geplanten Umstrukturierung der städtischen Beteiligungen die strategischen Ziele. Gehe um mehr Kontrolle der Gesellschaften durch das Beteiligungsmanagement oder werden rein monetäre Ziele verfolgt? Sie stellt klar, dass sie die von Herrn Dr. Schwefer genannten Personen für die künftige EVV-Geschäftsführung nur als Vorschläge bewertet.

Im Folgenden äußern mehrere Ausschussmitglieder insbesondere der SPD Kritik daran, dass nicht der gesamte EVV-Vorstand in die Überlegungen zur Umstrukturierung eingebunden wurde. Dr. Schwefer verweist auf ein gewisses „Beharrungsvermögen“ bei einzelnen EVV-Vorstandsmitgliedern.

TOP 8     Wirtschaftsplan 2016 ff der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH

Land unter bei der EVV

 Zur Veranschaulichung, wie ernst die Lage der EVV derzeit ist, hier ein kurzer Auszug aus der Vorlage: „Noch nicht geklärt ist, wie der zusätzliche Verlust der EVV für das Jahr 2016 ausgeglichen wird. Solange die EVV besteht und es den Ergebnisabführungsvertrag mit der EVAG gibt, können Verluste der EVAG auch auf der EVV-Ebene verbleiben. Hier besteht aber das grundsätzliche Problem, dass sich die EVV nicht ohne weiteres am Kapitalmarkt bzw. den Banken refinanzieren kann. Ggf. müsste die EVV den Verlustausgleich durch Einnahmen aus Verkäufen von Anteilsbesitz finanzieren. Grundsätzlich denkbar wäre auch die Beleihung von RWE-oder RWH-Aktien, was aber innerhalb des RWEB-Konstrukts schwierig erscheint. Aus Sicht der Verwaltung ist die noch offene Finanzierungsproblematik im Laufe des Jahres in Abstimmung zwischen Stadt und EVV-Geschäftsführung zu lösen“

Ratsherr Backes (EBBackes) und Hiltrud Schmutzler-Jäger wünschen Sachvortrag. Dies übernimmt erneut Dr. Schwefer (Leiter des städtischen Beteiligungsmanagements).

Warmer Winter schadet der Stadtkasse

Die Verschlechterung der Ertragslage der EVV ist im Wesentlichen in der ausgebliebenen Dividende für die städtischen RWE-Aktien begründet. Hinzu kommen operative Verschlechterungen: So sei Gasgeschäft der Stadtwerke (SWE) wegen des letzten warmes Winters schlecht gelaufen.

Hiltrud Schmutzler-Jäger (Grüne) fragt nach, warum denn für das kommende Jahr eine Dividende von 25 Cent pro RWE-Aktie erwartet werde. Außerdem möchte sie wissen, ob die Ausschüttungen der städtischen Wohnungsgesellschaft Allbau an die EVV i.H.v. 3 Mio. Euro als jährliche Ausschüttung zu verstehen seien.

Ratsherr Weber (SPD) fragt, was hinsichtlich der EVAG in der oben zitierten Passage gestanden hätte, wenn es bereits zum 1.1.2016 eine Verschmelzung gegeben hätte. Und Ratsherr Backes (EBBackes) fragt nach Auswirkungen des EVV-Defizits auf den Haushaltssanierungsplan (HSP).

Dr. Schwefer versucht zu antworten: Die 25 Cent-Dividende pro RWE-Aktie habe man eingestellt, um ein Zeichen zu setzen, dass man als Anteilseigner entsprechende Erwartungen habe. Ob dies in Erfüllung gehe, könne man jedoch nicht vorhersagen. Die Ausschüttung des Allbau an die EVV sei für drei Jahre gesichert. Der Allbau verzichtet hierfür auf Instandhaltungsmaßnahmen, dies sei jedoch vertretbar. Die EVAG hat unabhängig von der Frage der Rechtsform durch ihre Mitgliedschaft im VRR Anspruch auf einen Verlustausgleich.

Herr Kersten (Leiter der Kämmerei) beantwortet Herrn Backes´ Frage nach den Auswirkungen auf den HSP wie folgt: Dass es Abweichungen gibt, ist ein normaler Vorgang. Der Bezirksregierung wird hierüber zum 30.6. Bericht erstattet, die Ratsmitglieder werden darüber anschließend in Kenntnis gesetzt.

Nur Einbringung, keine Empfehlung für den Rat.

TOP 9     Feststellung des Jahresabschlusses des Essener Systemhauses (ESH)

Dezernent Kromberg korrigiert die Vorlage: Der Jahresüberschuss i.H.v. rund 49.000,- Euro werde nicht vorgetragen, sondern an den allgemeinen Haushalt der Stadt abgeführt.

Janina Herff (Schöner Links) fragt nach, ob es bestimmte Ursachen für den Gewinnrückgang (Halbierung) gebe. Dezernent Kromberg sieht keine Auffälligkeiten, kann die konkreten Änderungen aber nachträglich zu Protokoll geben.

Die Vorlage wird dem Rat einstimmig empfohlen.

TOP 10   Bildung eines Shared Service Centers Informations- und Telekommunikationstechnologie /SSC-IT)

Alleine der Name ist ein gutes Beispiel, für das Denglisch, das nicht nur in der Essener Verwaltung Einzug gehalten hat – egal. Inhaltlich geht es darum, dass der Eigenbetrieb ESH die IT-Sparte der EVV für rund 6 Mio. Euro kaufen soll, um so flüssige Mittel in die leeren Kassen der EVV zu spülen. Der zuständige Fachausschuss war mit diesen Plänen inhaltlich einverstanden, hat jedoch keine Empfehlung abgegeben, da die Vorlage erst als Tischvorlage nachgereicht wurde.

Mitbestimmungsrechte verletzt?

Der Personalrat moniert, dass Mitbestimmungsrechte verletzt werden, was Dezernent Kromberg inhaltlich zurückweist. Mehrere besorgte Mitarbeiter haben einen Brief an den Oberbürgermeister und Dezernent Kromberg geschrieben. Dezernent Kromberg erläutert das Angebot an die betroffenen Mitarbeiter: Finanzielle Bestandssicherung, zukünftig sei jedoch ein Weg in den TvÖD möglich, da es nicht gehe, gleiche Arbeit unterschiedlich zu honorieren. Alle Mitarbeiter werden mit ihrem Arbeitsplatz in Essen bleiben können, nicht jedoch unbedingt im selben Gebäude. Für die Mitarbeiter, die von der EVV zum ESH wechseln wird In Zukunft der Personalrat der Stadt und nicht mehr der Konzernbetriebsrat der Städtischen Gesellschaften zuständig sein.

Ratsherr Backes denkt nur an das Eine: ans Sparen

Er fragt, warum dieser Kauf unterjährig erfolgen soll. Dezernent Kromberg erläutert, dass die sich daraus ergebenden Synergien so schnell wie möglich genutzt werden sollen.

Die Vorlage wird dem Rat einstimmig empfohlen.

TOP 11   Offene Ganztagsschulen in Essen, hier: Fortführung bestehender OGS-Gruppen an Offenen Ganztagsschulen zum Schuljahr 2016/2017

Ratsfrau Herff (Schöner Links) kündigt für die kommende Ratssitzung einen Antrag zu diesem TOP an. Die bisherige Deckelung der Anzahl der OGS-Gruppen an Schulen insgesamt sei – nicht zuletzt wegen der Zuwanderung – überholt und müsse aufgehoben werden.

Die Frage von Ratsherrn Backes, wodurch die Mehrkosten im kommenden Schuljahr entstehen, kann nicht beantwortet werden, da der hierfür zuständige Dezernent Renzel nicht anwesend ist.

Dennoch wird die Vorlage dem Rat einstimmig empfohlen.

TOP 12   Gesetz zur Umsetzung des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen (KInvFöG NRW) hier: Konkretisierung der Maßnahmen in Essen (Teil 2)

Ratsherr Vogt (CDU) bittet um vierteljährliche Berichterstattung. Christine Müller-Hechfellner findet das gespenstisch, sie hatte dasselbe Ansinnen, womöglich kann Herr Vogt ihre Gedanken lesen? Unheimlich.

Einstimmig empfohlen.

TOP 13   Erhöhung der Gesamtbaukosten beim Bauprojekt Brandschutzmaßnahmen Gesamtschule Bockmühle

Mal wieder eine Baukostenerhöhung, diesmal von 4.742.920,- Euro um 1.191.000,- Euro auf 5.933.920,- Euro für Brandschutzmaßnahmen in der Gesamtschule Bockmühle.

Der Vorlage wird zwangsweise einstimmig zugestimmt.

TOP 14   Bau und Baubeginn der Maßnahme „Radweg Mintarder Weg“

Bei Enthaltung von Pirat Hemsteeg einstimmig beschlossen.

TOP 15   Zukunftsinitiative (ZI) „Wasser in der Stadt von morgen“ Beteiligung der Stadt Essen an der ZI als Element einer nachhaltigen Stadtentwicklung über Integrale Wasserwirtschaft

Wird zur Kenntnis genommen.

TOP 16   Mehrbedarf zur Errichtung von Schulsportanlagen für die Gesamtschule Bockmühle

Wird gegen die Stimme von Hans-Peter Schöneweiß (FDP) mehrheitlich beschlossen.

TOP 17   Projektstatusbericht 2016/2. „Entwicklung des Kreuzeskirchviertels“

Ratsherr Aring (SPD) merkt an, dass man den Fortschritt sehen kann. Recht hat er.

Kenntisnahme.

TOP 18   Vorabauszug aus dem Protokoll der Kulturausschussitzung vom 04.05.2016 (Berichterstattung „Konsortium Deilbachtal“)

Heiko Schloss (Büroleiter von Dezernentin Raskob) berichtet von einem neuen Sachstand: Die Stadt habe neue Fördermittel bekommen, das Bauvorhaben kann so in 2016 starten.

TOP 19   Anfragen

Die schriftlich vorliegenden Anfragen werden schriftlich beantwortet.

Umsatzsteuer auf Frühstücksbrettchen

Doch eine hat Herr Backes (EBBackes) noch, eine mündliche Anfrage:
Er habe gelesen, dass eine private Initiative aus dem Sturmholz (vom Sturm Ela) Frühstücksbrettchen fertige. Diese würden u.a. über die EVAG vertrieben. Ob denn Umsatzsteuer anfalle und falls ja, wer diese denn abführe. Wir sind jetzt schon nicht gespannt auf die Antwort.

18.25 Uhr, Ende des öffentlichen Teils.

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