Mietobergrenzen in Essen „angemessen“?

Zum 1.3.2016 hat das JobCenter Essen die Mietobergrenzen für Hartz4-Leistungsberechtigte erhöht. Dass eine Erhöhung überfällig war, ist unstrittig. Ob diese  eher bescheidene Erhöhung aber ausreichend ist, darf bezweifelt werden. Schon lange vor der Aufnahme mehrerer Tausend Flüchtlinge waren bezahlbare Wohnungen in Essen Mangelware.

Foto JC Bernestraße

Aus der aktuellen Tabelle des JobCenters Essen wird offenkundig, dass erneut für größere Bedarfsgemeinschaften entweder deutlich niedrigere Quadratmeterpreise oder aber  nicht die vorgeschriebenen, zusätzlichen 15 Quadratmeter (pro zusätzlicher Person) berechnet werden. Beides dürfte vor Gericht keinen Bestand haben.

Vor diesem Hintergrund ist es mehr als ein interessanter Nebenaspekt, dass sich die Arbeitsstandards des JobCenters Essen zu dem gesamten Komplex Kosten der Unterkunft seit Juli 2015 (!) in „redaktioneller Überarbeitung“. befinden. Man fragt sich, nach welchen Vorgaben die Mitarbeiterinnen des JobCenters Essen derzeit die „Angemessenheit“ der Unterkunftskosten prüfen.

Unser Tipp: Wenn die Miete nicht voll übernommen wird, eine der Unabhängigen Hartz4-Beratungen in Essen aufsuchen.

Hier unsere Anfrage aus der vergangenen Ratssitzung vom 27. April: 2016-04-27-ANFRAGE-Geänderte Mietobergrenzen

5 Gedanken zu „Mietobergrenzen in Essen „angemessen“?

  1. Sabine sagt:

    Hallo ihr Lieben ich bin echt am Ende wohnte bis Mai noch mit meinem.Sohn zusammen zahlen. Seit 7 Monaten 231,50 zurMiete suchen schon lange eine Wohnung die Günstiger ist jetzt zog mein Sohn aus bekanm eine Vollzeitstelle trotzdem muss ich222,30zur Miete tragen bekomm Ausgezahlt 222.30 Euro davon muss ich 200 Euro an die RWE bezahlen ich verstehe das nicht .Kann jetzt eine Wohnung haben die aber 27 Euro höher ist abgelehnt wo leben wir spaare doch 200 ein .Sorry musste raus LG Sabine

    • Jörg Bütefür sagt:

      Liebe Sabine, entscheidend für die „Angemessenheit“ ist stets die so genannte BRUTTO-Kaltmiete. In Essen sind das bei 2 Personen derzeit 446,- Euro (und ein paar Cent). BRUTTO-Kaltmiete heißt, es sind neben der Grundmiete alle (kalten) Nebenkosten enthalten. Hinzu kommen nur noch die Heizkosten. Die Höhe der Heizkosten ist für die Frage, ob eine Wohnung als „angemessen“ gilt oder nicht, absolut unerheblich. Das klingt irre, das mag irre sein, leider ist so die Gesetzeslage.
      Zur Lösung Deines Problems solltest Du bitte eine Unabhängige Hartz4-Beratung aufsuchen. Dort wird Dir kostenlos geholfen.
      Du kannst auch gerne bei uns im Büro vorbeikommen, dann bitte vorher per Mail einen Termin ausmachen: info@schoenerlinks.de
      Gruß, Jörg

  2. Joe sagt:

    Hallo,
    was passiert, wenn wir zu Zweit in einer WG wohnen wollen, wo ich die Miete selber bezahle, aber mein Mitbewohner muss die übers Jobcenter zahlen.
    Die Frage ist, gilt er als eine Person in der Wohnung und kann er dem Jobcenter ein Angebot, dessen Kaltmiete in Höhe von ca. 320€ machen? oder gelten wir als zwei Personen, und kriegt er nur 446€ durch zwei, also 223€?
    Es klingt vll blöd, ich aber gar keine Idee
    LG
    Joe

    • Jörg Bütefür sagt:

      Hallo Joe,

      solange Ihr keine Bedarfsgemeinschaft seid, zählt er als Einzelperson und kann die „angemessene“ Mietobergrenze (aktuell 349,50 Brutto-Kaltmiete) „ausschöpfen“.
      Nach einem Jahr müsst Ihr – auf Nachfrage – beweisen, dass Ihr keine Bedarfsgemeinschaft seid. Falls es soweit kommt, solltet Ihr / Dein Mitbewohner eine der Offenen Hartz4-Beratungen aufsuchen.

      Eine Übersicht findet Ihr hier: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=222383964791650&id=222039871492726&substory_index=0

      Die Beratungen sind offen für alle und kostenlos.
      Kurz zu Eurem Vorgehen: Dein Mitbewohner sollte dem JC den (Unter-)Mietvertrag vorlegen und erklären (zur Not auf dem dazu gehörenden Vordruck), dass Ihr weder verwandt noch eine Bedarfsgemeinschaft seid. Das sollte ausreichen. Wenn das JC die Miete nicht in voller Höhe übernimmt, oder einfach so eine BG unterstellt, möglichst zeitnah eine Beratung aufsuchen.

      Sorry für die sehr späte Antwort, wir waren gerade mit Ratssitzung und anderem Kram busy. Soll nicht wieder vorkommen…

      LG Jörg

      „Bedarfsgemeinschaft“ seid Ihr, wenn Ihr in einer „Beziehung“ seid, die ausschließlichen Charakter hat, auf Dauer angelegt ist und Ihr Euch bereit erklärt, wirtschaftlich füreinander einzustehen.
      „Haushaltsgemeinschaft“ seid Ihr, wenn Ihr verwandt seid (Bruder / Schwester; Opa / Enkel; Cousin / Cousine) und zusammen wohnt.
      Wenn Ihr beides nicht seid, dann seid Ihr eine „Wohngemeinschaft“. Jeder hat den vollen Ansprcuh auf Kosten der Unterkunft und den vollen Regelsatz.

      • Joe sagt:

        Vielen Dank Jörg für die Antwort.
        Noch eine Kurze Frage,

        Wenn der Vermieter Probleme hat, Geld über das Jobcenter zu bekommen, und da ich theoretisch den Mietvertrag alleine bezahlen kann.

        Akzeptiert das Jobcenter, dass ich die Miete komplett als Hauptmieter zahle, und dass wir (mein Freund und ich) zwischen uns einen Untermietvertrag, damit ICH seinen Teil der Miete von dem Jobcenter bekomme statt der Vermieter?
        Mach das Jobcenter sowas?

        LG
        Joe

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