Schauspiel Essen: Eine Bühne für Rassismus?

Pressemitteilung:

Schauspiel Essen: Eine Bühne für Rassismus?

Brecht dreht sich im Grabe um

„Was ist das für eine Kultur der Denker und Schisser?“ fragte das Schauspiel Essen auf seinem Plakat zur Spielzeiteröffnung im Jahre 2012. Getreu diesem Motto hatten sich Teile der Grillo-Belegschaft eine kleine Überraschung für die gestrige Pegida-Demonstration überlegt. Inspiriert von den couragierten Beispielen der Opernhäuser in Mainz und Dresden, plante man, den rechten Aufmarsch mit schöner Musik aus dem Theater zu übertönen. Dass es dazu nicht kam, ist auf eine Intervention seitens der TUP-Geschäftsführung zurückzuführen.

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„Es ist beschämend, dass Grillo-Mitarbeitern, die ein Zeichen gegen Fremdenhass und Rassismus setzen wollten, arbeitsrechtliche Konsequenzen in Aussicht gestellt werden. Damit schaden die Vorgesetzten dem Ansehen des Theaters als Ort der Aufklärung und letztlich dem Ansehen der Stadt Essen“, erklärt Schöner Links-Ratsfrau Anabel Jujol. „Ich bin überzeugt, dass ein Großteil der Essenerinnen von seinem Stadttheater ein deutliches Zeichen gegen Rechts erwartet und begrüßt hätte.“

Die Einschüchterung der Grillo-Belegschaft zeigte Wirkung: Während das Grüppchen gewaltbereiter Rechtsradikaler auf seinem Demonstrationszug das städtische Theater umrundete, probte man derweil Brechts „Guten Mensch von Sezuan“ – hinter verschlossenen Türen.

„Der gute Brecht würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das wüsste“, meint Janina Herff von Schöner Links. „Anstatt klare Kante zu zeigen, verschließt die Chefetage lieber Augen, Ohren und Türen vor dem Mob. Und das unterm dem Motto „Keine Bühne für Rassismus“, da ist wohl ein „K“ zu viel.“

Kein Problem hat die Geschäftsführung hingegen mit dem Auftritt der in rechten Kreisen beliebten Rock-Band „Böhse Onkelz“. „Offensichtlich hat hier auch der Aufsichtsrat, dem Vertreter aller Ratsfraktionen angehören, kollektiv geschlafen“, so Herff abschließend.

 

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