Strom sparen oder Stromsperren – Wer mit der Hand spült, zahlt drauf?

boilerFür den ASAGI (Ausschuss für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Integration) am 15.3.16 hatte das Sozialdezernat folgendes Thema zur Kenntnis vorbereitet:
Im Rahmen der Vermeidung von Stromsperren werden den Betroffenen zwei Angebote gemacht. Erstens können in Ausnahmefällen die Schulden beim jeweiligen Stromanbieter, durch ein Darlehen beim städtischen Fachbereich abgefangen werden. Dazu müssen aber die von der Verwaltung definierten Selbsthilfemöglichkeiten erschöpft sein.
Neben diesen Darlehen gibt es eine flankierende  arbeitspädagogische Maßnahme:
Zusammen mit der Neuen Arbeit der Diakonie werden Berater kurzfristig qualifiziert, die gering vergütet („1-Euro Jobber“) die Haushalte beraten, bei denen der Stromverbrauch die Existenzsicherung gefährden kann und in letzter Konsequenz eine Stromsperre drohen kann.
Die Vorlage der Verwaltung und das arbeitspädagogische Konzept für Langzeitarbeitslose mit den entsprechenden Erfolgen bzw. Abbrüchen der „Energieberater“ können hier geladen werden:
Vorlage_0260_2016_5
Anlage_1_Sachstandsbericht_Stromsperren_vermeiden

Wir von Schöner Links haben uns gedacht, dass an dieser Stelle nicht nur Betroffene zu mehr Sparsamkeit und Energieeffizienz angehalten werden können, während sie zusätzlich durch mögliche Darlehen vor Sperren geringfügig besser geschützt sind.

Wir haben uns Gedanken gemacht, um die vielen Strombezieher die mit altmodischen Methoden Wasser erwärmen oder heizen müssen und den entstandenen Mehrbedarf nicht von der Stadtverwaltung erstattet bekommen, trotz Rechtsanspruch.

Deshalb haben wir die Kenntnisnahme um folgenden Antrag zur Entscheidung im Ausschuss ergänzt:

In den genannten Fällen (Gewährung eines Darlehens für die Begleichung von Energieschulden) prüft das JobCenter zusätzlich, ob bestimmte Stromkosten vom JobCenter zu Unrecht nicht übernommen wurden (und werden). Das betrifft insbesondere mögliche Mehrbedarfe für die dezentrale Warmwassererzeugung, Thermenstrom und eine (mit Haushaltsstrom betriebene) Zusatzheizung im Bad.

Das Abstimmungsergebnis liegt noch nicht vor.
Anabel Jujol ist beratendes Mitglied. Wir können Anträge einbringen, aber abstimmen können wir leider nicht.
Der Antrag wird in der kommenden Ratssitzung im April abschließend behandelt und abgestimmt.
Wir werden in jedem Fall das Thema weiter verfolgen, denn oft werden durch fehlende Kenntnis solche Ansprüche von den Betreffenden nicht geltend gemacht.
Wer arm ist und in einfacher Wohnsituation, heißt zum Beispiel  im Altbau wohnen muss, ist manchmal auf altmodische Methoden angewiesen um Warmwasser zu erzeugen oder mit Strom und Heizlüfter zu heizen. Diesen Nachteil kann der Betroffene nicht energiesparend beeinflussen. Deshalb muss sie oder er den Mehrbedarf auch nicht komplett tragen. Für den Einzelnen sind die Mehrbedarfe nur kleine, aber oft notwendige Beträge.
Je nach Anzahl der Haushalte kann die Stadt jedoch größere Summen sparen, wenn sie den Rechtsanspruch auf Mehrbedarfe für Warmwassererzeugung nicht selbst prüft und nur auf besonderen Antrag erfüllt.
Um einzelne Betroffenen umständliche Klageverfahren zu ersparen und die Verwaltung im Rahmen der sowieso geplanten Maßnahmen zu verpflichten Ansprüche selbstverständlich und automatisch zu erfüllen, haben wir diesen Antrag eingebracht.

Alle Hartz4 Beratungsstellen in Essen im Überblick:
http://schoenerlinks.de/hartz4-beratung/

Weitergehende Informationen zu Mehrbedarf bei Strom und Heizung:
http://www.gegen-hartz.de/hartz-4-ratgeber/mehrbedarf-fuer-dezentrale-warmwassererzeugung.html#671853a27b0b0450a

Formulare zur Beantragung von Mehrbedarf:
http://www.bg45.de/index.php/downloads/

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