Kein Wohnraum „To go“ .

Living in a box
Living in a box:  Containerdorf für Flüchtlinge
Wegwerfbauten blockieren notwendige Strategie.

„Die Unterbringungskrise ist die Chance für eine Offensive im sozialen Wohnungsbau, welche Essen schon seit langem braucht.“
stellt Janina Herff fest.

Der Zuzug der Geflüchteten verschärft den Konkurrenzdruck um bezahlbaren Wohnraum in der Kommune. Nach den momentan verfügbaren Informationen der Verwaltung sind höchstens 6000 Wohnungen frei und bezugsfertig. Inwieweit diese Wohnungen für die über 25% von relativer Armut in Essen Betroffenen erschwinglich sind, geht aus den offiziellen Angaben nicht hervor.
Fakt ist, das Angebot an bezahlbarem Wohnraum reicht seit langem und bei weitem nicht aus für Studierende, Rentner, Erwerbslose, geringfügig Beschäftigte, sogenannte Aufstocker und alle die darauf angewiesen sind.
Ratsfrau Herff fordert die Entscheider für die Ratssitzung am Mittwoch auf, sich endlich aus Flucht in die Defensive zu befreien und konstruktiv und vor allem sozial nach vorne zu denken, um den Wandel der Kommune aktiv zu gestalten.

„Andere Städte machen vor, wie man dieser Herausforderung begegnet.“ So Herff weiter.
Statt über 100 Mio Euro in Wegwerfimmobilien und überhöhte Unterbringungskosten zu investieren, beantragt die Ratsgruppe Schöner Links eine Offensive im sozialen Wohnungsbau:
Konkret heißt das, bei Neubauten, anteilsmäßig die Bindung an sozialen Wohnungsbau zur Auflage zu machen. Bestehende Bindungen sollen gleichzeitig verlängert werden.
Statt auf Billig-Containerbauweise, soll in schnell zu fertigende, Festbauten investiert werden, die nach einer notwendigen Übergangsphase zur reinen Flüchtlingsunterbringung, dann dem allgemeinen günstigen Wohnungsmarkt und über das gesamte Stadtgebiet verteilt zur Verfügung gestellt werden.

Was zunächst höhere Investitionen nötig macht, rechnet sich bereits nach wenigen Jahren und entspannt insgesamt die Lage am Essener Wohnungsmarkt.“ schließt Herff, als Vertreterin der Gruppe beratend im Finanzausschuss der Stadt.

Als integrationspolitisches Instrument ist eine solche Investition in sozialen Wohnungsbau eine große Chance für die Stadt.
„Die Geflüchteten werden nicht als Konkurrenz und Bedrohung wahrgenommen, um sowieso knappe Ressourcen in der Kommune und sind so untergebracht, dass eine qualifizierte Sozialbetreuung nicht schon an den untragbaren Bedingungen von Massenunterkünften scheitert.“ fasst Anabel Jujol zusammen.

Veröffentlicht in: Neues

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