Was kostet eine Infektionskrankheit?

Verzicht auf Gesundheitskarte unkalkulierbares Risiko?

Die Ratsgruppe Schöner Links sieht in dem Verzicht auf die Einführung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge ein unkalkulierbares Risiko. Eine Fehlentscheidung, welche die Stadt teuer zu stehen kommen kann. Nicht erst seit dem Ausbruch der Krätze in der Unterkunft am Altenberg  ist bekannt, dass bei der Gesundheitsvorsorge für die Flüchtlinge einiges im Argen liegt.

„Es geht nicht darum Panik zu verbreiten, aber die Hygiene-Situation in den von European Homecare betriebenen Unterkünften halten wir für bedenklich“, erklärt Anabel Jujol, Ratsfrau für Schöner Links. „Fehlende Hygienepläne und Desinfektionsmaßnahmen kombiniert mit knapp bemessenen sanitären Anlagen (zehn WCs für drei- bis vierhundert Bewohner) erhöhen unter anderem das Risiko, dass sich Infektionen unkontrolliert ausbreiten. Flüchtlinge wie auch das Personal und die ehrenamtlichen Helfer sind einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt.“

Die womöglich steigenden Verwaltungskosten durch Einführung der Gesundheitskarte, könnten sich schnell rechnen, wenn dadurch die Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten mit entsprechenden Behandlungskosten verhindert werden kann

Hinzu kommt das Problem, dass nicht ausreichend Dolmetscher zur Verfügung stehen, um die Flüchtlinge bei Arzt- oder Krankenhausbesuchen, beispielsweise für Schutzimpfungen, zu begleiten. Aus Sicht der Ratsgruppe Schöner Links ist es keine angemessene Lösung, die Flüchtlinge hier auf die Fremdsprachenkenntnisse des medizinischen Personals zu verweisen.

„Dezernent Renzel sollte alles daran gesetzt, den Flüchtlingen einen unkomplizierten und schnellen Zugang zu ärztlicher Versorgung zu ermöglichen. Die Gesundheitskarte wäre hierfür ein geeignetes Instrument“, so Jujol abschließend.

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